Ökumenische Vortragsreihe "Mystik, Spiritualität und interreligiöser Dialog"

Seit Mai 2014 bieten die Gemeinden St. Theresia und Christuskirche eine Ökumenische Veranstaltungsreihe zum Thema „Mystik, Spiritualität und interreligiöser Dialog“ an. Kompetente Referenten beleuchten jeweils Schätze aus den über 2000-jährigen Erfahrungen der christlichen Mystik, Spiritualität und des interreligiösen Dialogs.

 
 Bitte beachten Sie:
Bis auf Weiteres bitten wir Sie um eine Voranmeldung
- mit Namen und Adresse oder Telefonnummer oder E-Mail-Adresse -
im Pfarramt der Christuskirche pfarramt@evnn.de; Tel. 089-1579040

Dienstag, 20. Oktober 2020, 19.30 Uhr

Dr. Andreas Renz
"Im Namen Gottes? - Gewalt und Gewaltlosigkeit in den Religionen"

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Vor allem die monotheistischen Religionen werden heute vielfach als intolerant wahrgenommen und für Gewalt und Krieg verantwortlich gemacht. Tatsächlich gehört Gewalt zur Geschichte und Realität nahezu aller Religionen, wobei die Religion in den meisten Fällen weniger die Ursache als vielmehr die Legitimierung liefert. Der Vortrag geht diesen gewaltfördernden Traditionen auf den Grund, fragt aber auch nach den friedensfördernden Potentialen.

Dr. Andreas Renz, Leiter des Fachbereichs Dialog der Religionen im Ordinariat München, Kath. Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München.

Der Vortrag wird veranstaltet von der Christuskirche und der Pfarrei St. Theresia in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk München e.V., dem Münchner Bildungswerk und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München e.V.

 

Dienstag, 10. November 2020, 19.30 Uhr

Dr. Norbert Reck
"Der Jude Jesus und die Zukunft des Christentums"

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Dass Jesus Jude war, ist nichts Neues. Aber seine Treue zur Tora, die keine Abstriche am Judentum machte, war für die christliche Theologie immer ein Problem. Sie versuchte, Jesus aus dem Judentum herauszuheben, und schuf  einen immer abstrakteren Christus, der mit dem irdischen Jesus kaum noch etwas zu tun hatte. Die spirituelle Kraft der Quellen, aus denen Jesus schöpfte, blieb dabei immer mehr auf der Strecke. Die Krise der christlichen Kirchen hängt damit zusammen, meint Norbert Reck, und sagt: Ohne ein neues Verhältnis zum Judentum gibt es keine Zukunft für das Christentum.

Norbert Reck, geb. 1961, Dr. theol., ist freier Publizist und Übersetzer. Bis Mitte 2016 war er verantwortlicher Redakteur für die deutschsprachige Ausgabe der internationalen theologischen Zeitschrift »concilium«. Er ist Mitglied im Gesprächskreis Juden und Christen beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken sowie im wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift »theologie.geschichte«. Zahlreiche Rundfunk-, Buch- und Zeitschriftenbeiträge. Vortragstätigkeit in Europa und den USA.

Der Vortrag wird veranstaltet von der Christuskirche und der Pfarrei St. Theresia in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk München e.V., die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München e.V. und dem Münchner Bildungswerk e.V.

 

Dienstag, 9. Februar 2021, 19.30 Uhr

Vortrag von Abt Dr. Johannes Eckert
"Auf der Suche nach dem rechten Maß"

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

In unserer Regel bezeichnet Benedikt die Discretio  (= das rechte Maß) als die Mutter aller Tugenden (vgl. RB 64). Maßvoll leben ist für ihn Ziel klösterlichen Lebens. Allerdings ist es gar nicht so einfach, in den verschiedenen Lebenssituationen das Johannes Eckertrechte Maß zu finden. Letztlich ist es die Suche nach der Mitte, aus der wir uns bewegen, durch die wir unsere Kräfte richtig einsetzen können und die uns hilft, nicht in Extreme abzugleiten. Die Lebensbeschreibung Benedikts, die Papst Gregor der Große verfasste, verdeutlicht, dass auch Benedikt sein Leben lang auf der Suche nach dem rechten Maß war. Das ist für uns tröstlich und ermutigend zugleich.

Johannes Claudius Eckert (* 1969 in Mosbach/Baden), studierte nach Abitur und Zivildienst ab 1990 kath. Theologie in München. 1993 Eintritt in die Benediktinerabtei St. Bonifaz in München und Andechs. 1998 Feierliche Profess. 2000 Promotion zum Dr. theol. in Zusammenarbeit mit BMW zum Thema: „Dienen statt Herrschen. Unternehmenskultur und Ordensspiritualität: Begegnungen -  Herausforderungen – Anregungen“. Im Juni 2000 Priesterweihe. Bis 2003 Seelsorger der Pfarreien Erling-Andechs und Machtlfing. Juli 2003 Wahl zum Abt von St. Bonifaz und Andechs. Februar 2015 Erneute Wahl zum Abt für weitere zwölf Jahre. Seit über 20 Jahren Begleitung von Menschen in Führungsverantwortung im Rahmen der Exerzitien für Manager in Andechs und Beratungstätigkeit im Bereich Ethikmanagement bei verschiedenen Unternehmen.  

Der Vortrag wird veranstaltet von der Christuskirche und der Pfarrei St. Theresia in Koopreration mit dem Evangelischen Bildungswerk München e.V. und dem Münchner Bildungswerk e.V.

 

Dienstag, 23. März 2021, 19:30 Uhr

P. Dr. Lukasz Steinert OCD
"
Über Freude am Glück der anderen. Wie geht man mit Neidgefühlen um, um in Liebe zu wachsen?"

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Gleich zu Beginn ihrer autobiographischen Schriften fragt sich Therese von Lisieux verwundert, warum es so viele Unterschiede unter den Menschen gibt. Ihr Glaube an Gott, den liebenden Schöpfer und Vater aller Menschen gibt ihr die Antwort: Alle sind schön, denn alle wurden erschaffen, um auf je eigene Weise den Blick Gottes zu entzücken. Dies bedeutet für sie, sich selbst in die Haltung der Wertschätzung und Freude an der Schönheit und am Glück des Anderen einzuüben. Mit unbeschönigtem Realismus beschreibt sie aber auch, was es bedeutet, in konkreten und alltäglichen Begegnungen so zu leben. Denn, wie alle spirituellen Meister weiß sie, dass die Liebe, die sich am Wohlergehen des Anderen freut, einen listigen und gefährlichen Gegenspieler hat: den Neid. Thomas von Aquin definiert dieses Gefühl als Traurigkeit am Gut des Anderen, das das Wohl der anderen als Minderung des eigenen empfindet. Auch Joseph Epstein, ein durchaus moderner Autor, nennt den Neid die böseste von den klassischen Todsünden, da sie sowohl das private wie das gesellschaftliche Leben vergiften kann. In der spirituellen Tradition finden wir aber realistische und ermutigende Impulse, wie mit diesem Gefühl umzugehen ist, um in der Liebe und Freude zu wachsen.

P. Lukasz Steinert OCD, Dr. theol., seit 1999 im Karmelitenorden, nach pastoralem Dienst in München Promotionsstudium in Theologie an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom, Promotion über Erich Przywara (2017). Er unterrichtet Theologie in Rom an der Päpstlichen Fakultät „Teresianum“ und ist als Exerzitienleiter und Referent tätig.

Der Vortrag wird veranstaltet von der Christuskirche und der Pfarrei St. Theresia in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk München e.V. und dem Münchner Bildungswerk.

 

Dienstag, 20. April 2021, 19:30 Uhr

Kirchenrat Dr. Rainer Oechslen
"Zwischen Rechtgläubigkeit und religiöser Erfahrung – lutherische Mystik"

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Was ist eigentlich der spezifisch lutherische Beitrag zur Spiritualität der Christenheit? Nach der Auffassung des Referenten ist es die eigentümliche Verbindung von religiöser Dichtung und Musik, die besonders mit den Namen Paul Gerhardt und Johann Sebastian Bach bezeichnet wird. Diese Verbindung ist anders als im Dr. Oechslencalvinistischen Zweig der Reformation, wo man lange ausschließlich die biblischen Psalmen im Gottesdienst verwendete, und anders als im Katholizismus, dessen Musik ebenso lange von den lateinischen Texten der Messe bestimmt wurde. Im lutherischen Bereich entstand eine Mystik des Kirchenliedes, an der Dogmatik der Kirche orientiert und zugleich von eigentümlicher emotionaler Tiefe. Möglicherweise droht diese lutherische Mystik heute in Vergessenheit zu geraten.

Kirchenrat Dr. Rainer Oechslen ist seit 2007 Beauftragter für interreligiösen Dialog und Islamfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Der Vortrag wird veranstaltet von der Christuskirche und der Pfarrei St. Theresia in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk München e.V. und dem Münchner Bildungswerk.