Ökumenische Vortragsreihe "Mystik, Spiritualität und interreligiöser Dialog"

Seit Mai 2014 bieten die Gemeinden St. Theresia und Christuskirche eine Ökumenische Veranstaltungsreihe zum Thema „Mystik, Spiritualität und interreligiöser Dialog“ an. Kompetente Referenten beleuchten jeweils Schätze aus den über 2000-jährigen Erfahrungen der christlichen Mystik, Spiritualität und des interreligiösen Dialogs.

 
 Bitte beachten Sie:
Bis auf Weiteres bitten wir Sie um eine Voranmeldung
- mit Namen und Adresse oder Telefonnummer oder E-Mail-Adresse -
im Pfarramt der Christuskirche pfarramt@evnn.de; Tel. 089-1579040
 

 

Dienstag, 22. Juni 2021, 19:30 Uhr

P. Dr. Lukasz Steinert OCD
"
Über Freude am Glück der anderen. Wie geht man mit Neidgefühlen um, um in Liebe zu wachsen?"

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Gleich zu Beginn ihrer autobiographischen Schriften fragt sich Therese von Lisieux verwundert, warum es so viele Unterschiede unter den Menschen gibt. Ihr Glaube an Gott, den liebenden Schöpfer und Vater aller Menschen gibt ihr die Antwort: Alle sind schö

Bildrechte: beim Autor
n, denn alle wurden erschaffen, um auf je eigene Weise den Blick Gottes zu entzücken. Dies bedeutet für sie, sich selbst in die Haltung der Wertschätzung und Freude an der Schönheit und am Glück des Anderen einzuüben. Mit unbeschönigtem Realismus beschreibt sie aber auch, was es bedeutet, in konkreten und alltäglichen Begegnungen so zu leben. Denn, wie alle spirituellen Meister weiß sie, dass die Liebe, die sich am Wohlergehen des Anderen freut, einen listigen und gefährlichen Gegenspieler hat: den Neid. Thomas von Aquin definiert dieses Gefühl als Traurigkeit am Gut des Anderen, das das Wohl der anderen als Minderung des eigenen empfindet. Auch Joseph Epstein, ein durchaus moderner Autor, nennt den Neid die böseste von den klassischen Todsünden, da sie sowohl das private wie das gesellschaftliche Leben vergiften kann. In der spirituellen Tradition finden wir aber realistische und ermutigende Impulse, wie mit diesem Gefühl umzugehen ist, um in der Liebe und Freude zu wachsen.

P. Lukasz Steinert OCD, Dr. theol., seit 1999 im Karmelitenorden, nach pastoralem Dienst in München Promotionsstudium in Theologie an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom, Promotion über Erich Przywara (2017). Er unterrichtet Theologie in Rom an der Päpstlichen Fakultät „Teresianum“ und ist als Exerzitienleiter und Referent tätig.

Der Vortrag wird veranstaltet von der Christuskirche und der Pfarrei St. Theresia in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk München e.V. und dem Münchner Bildungswerk.

 

Dienstag, 19. Oktober 2021, 19.30 Uhr

Dr. Norbert Reck
"Der Jude Jesus und die Zukunft des Christentums"

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Dass Jesus Jude war, ist nichts Neues. Aber seine Treue zur Tora, die keine Abstriche am Judentum machte, war für die christliche Theologie immer ein Problem. Sie versuchte, Jesus aus dem Judentum herauszuheben, und schuf  einen immer

Bildrechte: beim Autor
abstrakteren Christus, der mit dem irdischen Jesus kaum noch etwas zu tun hatte. Die spirituelle Kraft der Quellen, aus denen Jesus schöpfte, blieb dabei immer mehr auf der Strecke. Die Krise der christlichen Kirchen hängt damit zusammen, meint Norbert Reck, und sagt: Ohne ein neues Verhältnis zum Judentum gibt es keine Zukunft für das Christentum.

Norbert Reck, geb. 1961, Dr. theol., ist freier Publizist und Übersetzer. Bis Mitte 2016 war er verantwortlicher Redakteur für die deutschsprachige Ausgabe der internationalen theologischen Zeitschrift »concilium«. Er ist Mitglied im Gesprächskreis Juden und Christen beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken sowie im wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift »theologie.geschichte«. Zahlreiche Rundfunk-, Buch- und Zeitschriftenbeiträge. Vortragstätigkeit in Europa und den USA.

Der Vortrag wird veranstaltet von der Christuskirche und der Pfarrei St. Theresia in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk München e.V., die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München e.V. und dem Münchner Bildungswerk e.V.

 

Dienstag, 23. November 2021, 19:30 Uhr

Kirchenrat Dr. Rainer Oechslen
"Zwischen Rechtgläubigkeit und religiöser Erfahrung – lutherische Mystik"

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Was ist eigentlich der spezifisch lutherische Beitrag zur Spiritualität der Christenheit? Nach der Auffassung des Referenten ist es die eigentümliche Verbindung von religiöser Dichtung und Musik, die besonders mit den Namen Paul Gerhardt und Johann Sebastian Bach bezeichnet wird. Diese Verbindung ist anders als im

Bildrechte: beim Autor
calvinistischen Zweig der Reformation, wo man lange ausschließlich die biblischen Psalmen im Gottesdienst verwendete, und anders als im Katholizismus, dessen Musik ebenso lange von den lateinischen Texten der Messe bestimmt wurde. Im lutherischen Bereich entstand eine Mystik des Kirchenliedes, an der Dogmatik der Kirche orientiert und zugleich von eigentümlicher emotionaler Tiefe. Möglicherweise droht diese lutherische Mystik heute in Vergessenheit zu geraten.

Kirchenrat Dr. Rainer Oechslen ist seit 2007 Beauftragter für interreligiösen Dialog und Islamfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Der Vortrag wird veranstaltet von der Christuskirche und der Pfarrei St. Theresia in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk München e.V. und dem Münchner Bildungswerk.